Das Kloster ist eröffnet!
Wow, was war das bitte für eine Klosteröffnung (-Fest). Wir wissen gar nicht so richtig, wo wir anfangen sollen. Aber wir versuchen jetzt einfach mal, die richtigen Worte zu finden und euch einen kleinen Einblick in diesen ganz besonderen Tag zu geben.
Wir zehren immer noch von diesem Tag und all den Eindrücken, Begegnungen, Gesprächen, Umarmungen, der Musik, dem Lachen und diesen vielen strahlenden Gesichtern. Gleichzeitig wollten wir euch unbedingt möglichst schnell davon berichten und nicht erst Wochen verstreichen lassen. Gar nicht so einfach, denn während wir gedanklich noch irgendwo zwischen Klosterinnenhof, Festakt und Tanzfläche schweben, stecken wir schon wieder mitten in der Nachbereitung. Abbauen, aufräumen, sortieren, wegräumen – erstaunlich, was nach so einem Fest alles anfällt.
Aber jetzt nehmen wir uns die Zeit. Denn dieser Tag verdient einen ausführlichen Rückblick.

23 Jahre. 15 Jahre Planung. 8 Jahre Bauzeit.Wenn wir diese Zahlen schreiben, müssen wir selbst kurz schlucken. 23 Jahre liegen zwischen den ersten Ideen und Visionen und diesem Moment, in dem wir gemeinsam mit euch die Fertigstellung unseres Klosters feiern durften. Rund 15 Jahre wurde geplant, entwickelt, verworfen, neu gedacht, gerechnet, beantragt und Überzeugungsarbeit geleistet. Weitere 8 Jahre wurde gebaut. Und das nicht einfach in einem großen Bauvorhaben. In mindestens vier großen Bauabschnitten ist das Kloster Stück für Stück gewachsen.
Immer wieder mussten neue Förderanträge gestellt, Finanzierungen gesichert und die nächsten Schritte geplant werden und trotz dieser langen Zeit und all der Herausforderungen konnten die jeweiligen Kostenrahmen eingehalten werden. In diesem Zuge möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck sowie der Friedrich Blume und Else Jebsen-Stiftung bedanken und natürlich bei den vielen weiteren Spender*innen und Sponsor*innen, die uns über all die Jahre unterstützt haben.
Danke für diese langjährige Unterstützung und vor allem für das Vertrauen in uns und dieses große Projekt!
Dabei ging es uns nie darum, dieses Kloster einfach nur möglichst schnell fertigzustellen. Der Weg dorthin war immer schon ein Teil des Projektes. Unzählige Handwerker*innen, Auszubildende und Wandergesellen haben ihre Spuren hinterlassen. Schmiedekunst, Holzschnitzereien, Steinbildhauerei, Bleiglasfenster, Fachwerk und traditionelle Holzschindeldeckung und das sind nur einige Beispiele. Überall im Kloster steckt Wissen, Können und die Arbeit vieler verschiedener Hände und Generationen.
Und all das passierte nicht irgendwo losgelöst von unserem Alltag. Während Förderanträge geschrieben, Bauabschnitte koordiniert, Gewerke organisiert und immer wieder neue Lösungen gefunden wurden, ging unsere tägliche Arbeit weiter mit Kindern und Jugendlichen, Familien, Senioren, Besucher*innen und all den Menschen, die unseren Geschichtserlebnisraum mit Leben füllen. Umso größer war dieser Moment am vergangenen Samstag. Wir haben es geschafft. Das Kloster ist fertig.
Ein Festakt, der uns ganz schön berührt hat ...


Der offizielle Festakt war für uns etwas ganz Besonderes. Feierlich, persönlich, emotional und vor allem geprägt von den Menschen, die diesen langen Weg begleitet haben.
Unser allerliebster Dank geht an das Ensemble Ditlumdey sowie an Cornelia Heinze, Ilana March, Matthias Röbcke und Gudrun Schröder, Mitglieder des Celloorchesters der Musik- und Kunstschule Lübeck unter der Leitung von Gudrun Schröder. Ihr habt für einen fantastischen musikalischen Rahmen gesorgt und diesem besonderen Moment genau die Atmosphäre gegeben, die er verdient hatte.
Ganz besonders berührt haben uns die Redebeiträge unserer Nutzer*innen und wenn wir in die Gesichter um uns herum geschaut haben, ging es vielen unserer Gäste ganz genauso. Walter, Basti und Fatbardha – DANKE!
Danke, dass ihr euch vor all diese Menschen gestellt habt. Danke für eure warmen, persönlichen und herzerwärmenden Worte. Ihr habt etwas geschafft, das man mit noch so vielen Konzeptpapieren, Förderanträgen und Projektbeschreibungen kaum besser hätte ausdrücken können: Ihr habt den Kern und Nerv unserer Arbeit auf den Punkt gebracht.
Denn am Ende geht es genau darum. Um Menschen. Um Begegnungen. Um einen Ort, den man mitgestalten kann und an dem man sich zugehörig fühlt.

Und auch unsere Kinder und Jugendlichen haben wieder einmal gezeigt, was passiert, wenn man ihnen Raum gibt. Eigene Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen, gestalten, ausprobieren und sich einbringen und dann am Ende sehen: Das hier habe ich mitgemacht. Das ist auch ein Stück von mir. Das ist für uns gelebte Partizipation.
Und dann öffneten sich die Türen …



Diesen Moment werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Nach dem offiziellen Teil ging es in den Klosterinnenhof und plötzlich strömten die Menschen hinein. Überall strahlende Augen, entzückte Gesichter, Staunen, Gewusel und dieses wunderbare Gefühl, dass gerade ganz viele Menschen gleichzeitig diesen besonderen Ort entdecken.
Dazwischen das Hansevolk und weitere befreundete Living-History-Darsteller*innen in Gewandung, die unsere Gäste mit Canapés empfingen. Für einen Moment passte einfach alles zusammen: das fertige Kloster, die Gewandungen, die vielen Menschen, das Essen, die Gespräche und diese ganz besondere Kulisse.
Es war eine atemberaubende Atmosphäre.
Und apropos Canapés: Was unsere Küchencrew an diesem Tag auf die Beine gestellt hat, war einfach der Wahnsinn! Was waren das bitte für wunderschöne und vor allem köstliche Häppchen?! Alles selbst gemacht, mit so viel Liebe vorbereitet und dann auch noch auf diesen tollen Brettern von Malte angerichtet.
An alle, die geschnippelt, geschmiert, belegt, dekoriert, getragen, gespült, organisiert, nachgefüllt und wahrscheinlich zwischendurch noch zehn andere Dinge gleichzeitig erledigt haben: DANKE! Ohne euch wäre dieser Empfang in dieser Form niemals möglich gewesen. Viele Hände, schnelles Ende oder: Was Gemeinschaft möglich macht. Überhaupt war genau das vielleicht eines der schönsten Dinge an diesem ganzen Fest. Es waren so viele Menschen, die mit angepackt haben. Vorher. Währenddessen. Hinter den Kulissen. Sichtbar und unsichtbar. Beim Aufbau, in der Küche, an den Stationen, beim Empfang, bei der Technik, beim Aufräumen und an hundert anderen Stellen.
Und wieder einmal wurde uns vor Augen geführt, was möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen, gemeinsam gestalten und einfach mit anpacken. Dieses Fest hätte niemals in dieser Fülle und mit dieser Atmosphäre stattfinden können, wenn nicht so viele Menschen ihren Teil dazu beigetragen hätten. Das Kloster selbst erzählt eigentlich genau dieselbe Geschichte. Denn auch seine Entstehung wäre ohne Förderer, Kooperationspartner*innen, Ehrenamtliche und die vielen Menschen, die über Jahre ihr Wissen, ihre Zeit und ihre Arbeit eingebracht haben, nicht möglich gewesen. Dieses Kloster ist von vielen Menschen für viele Menschen entstanden.
Und dann kam Three for Silver …


Was macht man nach einem so emotionalen und ereignisreichen Tag? Natürlich nicht nach Hause gehen. Denn am Abend wartete noch ein ziemlich krönender Abschluss auf uns: THREE FOR SILVER!
Und was sollen wir sagen? Dieses Konzert war ekstatisch. Diese Band ist so mitreißend, energiegeladen und charismatisch, dass man sich ihr eigentlich gar nicht entziehen kann. Irgendwann musste einfach jeder Muskel bewegt werden. Es wurde getanzt, gesprungen, gelacht und gefeiert und spätestens da war endgültig klar, dass dieser Tag nicht einfach still und leise zu Ende gehen würde. Three for Silver: Ihr dürft immer, immer, immer wiederkommen!
Das Konzert war schon im Vorfeld als Abschluss unseres Klosterfestes gedacht – was danach folgte, war ein offener Ausklang. Und „Ausklang“ ist vielleicht ein bisschen untertrieben. Denn es wurde bis in die Morgenstunden getanzt, gelacht, geredet und sich begegnet. Menschen saßen gemeinsam am Feuer, tauschten sich aus, genossen diesen besonderen Ort und ließen einen Tag ausklingen, den wir wohl alle noch eine ganze Weile mit uns herumtragen werden.
Fertig gebaut. Und jetzt?
Mit diesem Fest ist eine unglaublich lange Phase zu Ende gegangen. 23 Jahre von der ersten Idee bis zur Fertigstellung. Aber eigentlich fühlt sich dieser Abschluss gleichzeitig wie ein neuer Anfang an. Denn das Kloster wurde nie gebaut, damit es einfach nur schön aussieht. Es soll ein Ort für die Menschen sein. Ein pädagogischer, kultureller und soziokultureller Lern- und Begegnungsort, an dem Geschichte nicht nur erklärt oder ausgestellt, sondern erlebt wird. An dem Kinder und Jugendliche historische Lebenswelten und Handwerk kennenlernen, Kultur stattfindet und unterschiedliche Generationen miteinander in Kontakt kommen. Vieles davon passiert längst. Aber jetzt, wo die große Bauphase abgeschlossen ist, wollen wir noch stärker gemeinsam mit euch herausfinden, was an diesem besonderen Ort alles möglich ist.
Wir wollen ausprobieren, veranstalten, begegnen, diskutieren, lernen und gestalten. Denn genauso, wie dieses Kloster nicht von einem Menschen allein gebaut wurde, soll auch seine Zukunft nicht von wenigen Menschen allein gestaltet werden. Und wenn uns dieser Samstag eines gezeigt hat, dann genau das: Wenn Menschen zusammenkommen, ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und miteinander etwas entstehen lassen, kann daraus etwas ganz Besonderes werden. Nach 23 Jahren voller Mühen, Hoffnung, Erlebnissen und sehr viel Freude steht unser Kloster nun da. Und wer jetzt denkt: „Na wunderbar, dann seid ihr mit dem Bauen ja durch!“ – nun ja … nicht ganz.
Denn mit dem Ende der großen Klosterbauphase wartet bereits das nächste Kapitel auf uns: die Instandhaltung unserer mittelalterlichen und bereits bestehenden Häuser. Schließlich wollen nicht nur neue Orte geschaffen, sondern auch die erhalten werden, die unseren Geschichtserlebnisraum schon seit vielen Jahren prägen. Es bleibt also weiterhin einiges zu werkeln, zu erhalten und wahrscheinlich auch zu improvisieren. Langweilig wird uns ganz sicher nicht. Aber jetzt darf erst einmal eines im Mittelpunkt stehen: Das Kloster ist fertig. Und es darf leben!
Danke an alle, die diesen langen Weg mit uns gegangen sind.
Danke an alle, die diesen unglaublichen Tag möglich gemacht haben.
Danke an alle, die ihn mit uns gefeiert haben.
Und vor allem: Danke, dass ihr diesen Ort mit Leben füllt.