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16.12.2016

Wir nehmen Abschied…

Jochen

Wer den Geschichtserlebnisraum kennt, der kennt unsere Schmiede. Betreut wurde sie über 16 Jahre von unserem Ehrenamtler Jochen. Wenn wir auf den Platz kamen war Jochen oft schon da und der Qualm der Esse stieg gen Himmel. Jochen war gelernter Kupferschmied von der Flenderwerft und bekennender Wikinger. Er kam zu uns als er vom Bau unseres wikingerzeitlichen Grubenhauses hörte und meinte er könne doch ab und zu mit den Kindern ein wenig schmieden. Wir brachten damals in einer Mulde im Boden ein paar Nägel mit ihm über Grillkohle zum Glühen und unter Jochens Anleitung ließen wir sie von den Kindern platt kloppen. Das war der Beginn einer Freundschaft. Wir konnten aus Spendengeldern eine Schmiede bauen und zwei Feldessen kaufen, bekamen Werkzeuge geschenkt und von diesem Zeitpunkt an hat Jochen unglaublich viel für uns geschaffen. Er ist der Begründer unserer Rüstkammer. Speere, Schwerter, Saxe, Messer, Helme und Schildbuckel aber auch Kochtöpfe schuf er als Ausstattung für unseren handlungsorientierten Geschichtsunterricht. Die Beschläge an Türen und Toren sind sein Werk. Den wunderbaren Leuchter auf dem Altar unserer Kirche St. Nicolai fertigte er nach einem Original aus Norwegen. Für unsere Hansezüge schmiedete er für die Teilnehmer Messer nach historischen Vorbildern. Wenn es etwas zu schweißen gab war Jochen zur Stelle. Baten wir ihn um etwas kam oft der Satz: „ Jung,…. Das schaffe ich aber heute nicht mehr!“ Meistens war es dann am nächsten Tag erledigt. Er lernte über die Jahre viele Helfer in der Schmiede an und gab sein Wissen großzügig weiter doch ihm konnte keiner das Wasser reichen. Die ersten Jahre war unser Ziegenbock Meck Meck sein fester Begleiter in der Schmiede. Jochen schliff den Dorn vom Amboss extra stumpf, weil Meck Meck sich so gerne daran „schubberte“. Wir und die Kinder mussten auch alle lernen mit Jochens unter Umständen manchmal auch recht barschen Ton zu Recht zu kommen. Aber Jochen war nun mal Schmied und kein Sozialarbeiter. Sein Herz trug er immer auf dem rechten Fleck. Er wird immer ein Teil der Geschichte unserer Einrichtung sein, des Geschichtserlebnisraumes. Wir leben Geschichte(n). Jochen ist gestern für immer eingeschlafen.

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