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Bauspielplatz

Geschichtserlebnisraum

Was ist eigentlich ein Bauspielplatz?

Im Prinzip handelt es sich um eine weiträumige und anregungsreiche Spielfläche, die von Pädagogen betreut wird. Im Mittelpunkt steht die Eigenaktivität der Kinder, die ihre Spielmöglichkeiten selbst wählen und ihre Spielumgebung selbst gestalten können. Das Spektrum reicht von Holzhüttenbau, Feuermachen, Werken, Basteln, Malen bis zur Tierhaltung und -pflege, dem Garten- und Landbau und Planung und Durchführung von Projekten und Freizeiten. 


Spielplätze dieser Art entwickelten sich zunächst in Dänemark. Der erste Platz wurde dort 1949 eröffnet und das Konzept fand rasch Verbreitung: zunächst in England und den skandinavischen Ländern. In Berlin entstand der erste Bauspielplatz 1976. Inzwischen gibt es in vielen deutschen Städten diese Form des betreuten Spielplatzes (so z.B. auch in Lübeck/Buntekuh schon seit 1979).

Wer mehr wissen möchte...

Der Bauspielplatz bietet ein reichhaltiges Angebot an Lernmöglichkeiten: 
Zunächst verbinden sich mit dem Spiel soziale Lernprozesse: demokratische und emanzipatorische Denkweisen, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und der Kontaktfähigkeit, Regulierung von Konflikten, und Umgang mit/ Abbau von aggressiven Impulsen, Übernahme von Verantwortung, Überwinden von Rollenvorstellungen. Damit verbunden soll die Stärkung von Persönlichkeit durch die spielerischen Aktivitäten ermöglicht werden: Entwicklung des Selbstbewusstseins, Entfaltung schöpferischer Kräfte, Erfahrung von Zuneigung und Anerkennung. Nicht zuletzt geht es auch um instrumentelle Fähigkeiten: körperliches und handwerkliches Geschick, angemessener Umgang mit Tieren und der Natur, Herstellung von Objekten, angemessener Umgang mit Handwerkszeug.

Kinder brauchen solche Plätze, auf denen sie selber etwas tun, eigene Ideen verwirklichen, Hütten bauen, mit Tieren umgehen, an einem Lagerfeuer sitzen können.

Wir, d.h. der gemeinnützige Verein "Bauspielplatz Roter Hahn", möchten den Kindern im Lübecker Stadtteil Kücknitz einen solchen Raum zum Austoben ihrer Phantasie ermöglichen.

Bauspielplatz Alltag

Ein typischer Tag bei uns: … um 7:30 Uhr kommen die Erzieherinnen der Wikinger-KiTa-Gruppe und die ersten kleinen Wikinger trudeln ein. Um kurz vor 8:00 kommen dann die MitarbeiterInnen von Talent und kurz danach trudeln dann auch die ersten Jungs ein. Die Pferde, Ziegen, Schafe, Hühner und Gänse werden gefüttert. Im Winter ist es dann noch dunkel. Inzwischen spazieren die ersten Nachbarn mit ihren Hunden über den Platz und um die weitläufigen Weiden. Während die KiTa-Kinder spielen und toben kommt eine Schulklasse auf den Platz. Die Klasse verbringt den Vormittag bei uns, macht mit Feuerstein und -schläger ein großes Feuer und zieht danach einen unserer Mitarbeiter wie Heinrich der Löwe an. Der setzt sich dann auf eines unserer „Ritterpferde“. Nachdem die kleinen Wikinger und die Schulklasse gegangen sind, besprechen die MitarbeiterInnen des offenen Bereichs, was am Tag anliegt. Die ersten Kinder und Jugendlichen der Ganztagsschule und Besucher des offenen Angebots kommen. Nun kümmern sich erstmal einige um die Tiere, füttern ggf. nach und streicheln sie. Nachmittags machen wir so viele unterschiedliche Dinge: Feuer machen, schnitzen, historische Häuser nachbauen, den Platz aufräumen und Dinge reparieren, zusammen Kubb spielen, Bogen schießen, filzen, spinnen, Holz hacken, malen, nähen, spazieren gehen, reiten, Kutsche fahren, mit den Ziegen Kunststücke üben, Stockbrot machen und kokeln und noch viel mehr, wozu die Kinder Lust haben. Abends versorgen wir dann wieder zusammen die Tiere. Die Schafe und Ziegen kommen in den Stall, die Klosterscheune und dann warten noch die Pferde auf ihr Futter. Manchmal übernachten wir und verschiedene Schulklassen oder Gruppen sogar hier in unseren historischen Häusern und machen dann noch eine Nachtwanderung…

BDJA

Hier können Sie einen Eindruck aus unserem „Alltag“ und anderen Bauspielplätzen und Jugendfarmen gewinnen: BDJA | Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. bdja.org

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