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Kaufmannshaus

Kaufmannshaus

Das zweigeschössige Haus, das nach Befunden aus der Lübecker Innenstadt (um 1187) rekonstruiert ist, stellt die Urform des Lübecker Kaufmannshauses dar. Keller und Dachboden dienen als Lagerraum für die Waren, die im Erdgeschoss gehandelt werden. Als Wohnraum dient der erste Stock.

Als Vorbild für unser „Kaufmannshaus“ diente die Rekonstruktion eines „zweigeschossigen Ständerbaus auf Schwellen“ mit Keller, nach Legant- Karau, 1994. Die Rekonstruktion beruht auf Grabungsergebnisse in der Lübecker Innenstadt Alfstr./ Fischstraße. Datiert wird das Haus auf das letzte Viertel des 12. Jahrhunderts. Gelegen zwischen ehemaligen Hafen und Markt, auf dem Scheitel des Lübecker Stadthügels, wird es den ersten Kaufleuten zugeschrieben. Die Dimensionierung der Schwellen der gefundenen Holzkeller rechtfertigen die Vermutung, daß sich über dem Keller noch mindestens zwei weitere Geschosse befanden. Grabungen belegen, daß diese Keller über dazugehörige Rampen oder Treppen von außen betreten wurden. Über die Innenausstattung kann man leider auch keine genaueren Angaben machen. Funde von Kacheln, in den Verfüllungen der Keller, lassen aber die Vermutung zu, dass in den Obergeschossen bereits Kachelöfen in Gebrauch waren.

„Zeitlich lassen sich alle Bauten, soweit dendrochronologisch untersucht, einem sehr engen Zeitraum zuordnen, nämlich dem letzten Viertel des 12. Und dem ersten Viertel des13. Jahrhunderts. Während dieser rd. 35 Jahre dominierte diese Bauform in verblüffender Weise gegenüber anderen Typen. Bei den Ausgrabungen im „Kaufleuteviertel“ wurde nachgewiesen, daß ein Grundstück nach dem anderen im Abstand weniger Jahre mit einem entsprechenden Haus bebaut wurde, zumeist im mittleren Grundtücksbereich gelegen, aber auch vorne an der Straße (Legant i.V.a;i.V.b.). Somit kann zu Recht vom typischen Lübecker Holzhaus des hohen Mittelalters gesprochen werden, oder besser noch vom Typ der Kolonisationszeit, wenige Jahrzehnte nach der Stadtgründung von 1143.“ (vgl. Lübecker Kolloquium zur Stadtarchäologie im Hanseraum III, Lübeck 2001, Seite 288)

Das Haus wurde im Rahmen der Sommerbaustelle der „Freireisenden Handwerker“ 2014 errichtet.

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