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Klosterscheune

Die Scheune ist ein dem historischen Umfeld des Geschichtserlebnisraumes angepasster Zweckbau, der unserem über die Jahre gewachsenen Tierbestand ein angemessenes Obdach bietet. Hier sind die Schafe und Ziegen untergebracht aber auch der Zaunkönig hat hier sein Nest. 2015 zogen zum ersten mal die Rauchschwalben ein. Damit wollen wir darauf hinweisen, dass unser Gelände nicht nur für Kinder und Erwachsene eine anregungsreiche Fläche darstellt sondern auch vielen Tieren eine ökologische Nische offenbart.

Als Klosterscheune wurde im Mittelalter ein Lagerhaus zum Aufbewahren der erwirtschafteten Erträge des Klosters und der umliegenden dazugehörigen Hofstellen bezeichnet. Mit der christlichen Missionierung und der Neugründung von Klöstern in Norddeutschland ist anzunehmen, dass auch in unserer Region solche Gebäude errichtet wurden. Vielfach waren diese Gebäude neben den Kirchen die größten im Ort. Leider gibt es für ein solches Gebäude in Holz- Lehmbauweise keinerlei archäologischen Befund. Aus diesem Grund haben wir uns für den ältesten norddeutschen Scheunentyp, eine Sonderform des Niederdeutschen Hallenhauses, entschieden: das Durchfahrtshaus oder die Durchfahrtsscheune. Dieser Haustyp zeichnet sich durch Tore in beiden Giebeln aus, so dass er mit dem Erntewagen vollkommen durchfahren werden konnte und galt lange Zeit als deutsch- slawische Mischform (alte mecklenburgische Bauern bezeichneten es oft als „ so`n olles wendsches Huus“), oder auch als Urform des Hallenhauses schlechthin. Heute weiß man jedoch, dass es seine Entstehung der landwirtschaftlichen Konjunktur des 16. Jahrhunderts verdankt. Es ermöglichte ein schnelleres und bequemeres Einbringen der Ernte. ( vgl. Kleine Mecklenburgische Bauerhaus-Fibel, Karl Baumgarten, Hrsg. Kreisverwaltung Rostock 3.Auflage 1992)

Dies ist also kein mittelalterlicher Rekonstruktionsbau sondern ein dem historischen Ambiente angeglichener Zweckbau.

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